Oft erwerben Personen sporadisch Pflanzen – sei es zur Zierde im Haus, auf dem Balkon, im Garten oder auch als Gesteck. Aber was genau wird bei diesem Einkauf berücksichtigt? Kaufen sie eine Pflanze einfach, weil sie zufällig schön verfügbar war, oder gibt es dahinter tiefere Gründe?

Egal ob an Gartencentern, Baumärkten, Blumenläden oder auf Bauernmärkten - heute können Sie praktisch überall Blumen kaufen. Aber welcher Art von Pflanzen legen Menschen denn tatsächlich den Vorrang? Embriolabelindo.com wollte genau das herausfinden und bat während zweier Wochen im Frühling 2025 ihre Leserinnen und Leser, sich zu ihrem Verhalten beim Kauf von Pflanzen äußern. Bei einer Befragung zur Nachhaltigkeit bei Pflanzen nahmen 15.435 Leser teil. Aufgrund der Option mehrerer Antworten wurden insgesamt 27.153 Meinungen gesammelt. Und was war das Resultat? Überraschenderweise!

Hier sind die Erkenntnisse aus der Umfrage:

Etwa 47 Prozent der befragten Personen erklärten, ausschließlich insektengerechte Pflanzen zu erwerben. Die Optik kam mit 4268 Stimmeneingaben (28 Prozent) auf den zweiten Rang. Somit ist das Erscheinungsbild für viele Käufer wichtiger als ihre Herkunft.

Platz drei geht an den Preis für die Pflanze. Für 3514 Teilnehmer ist es relevant, dass Pflanzen kostengünstig sind. Dies entspricht etwa 23 %. Der vierte Rang schließt sich direkt dahinter mit ebenso vielen Prozentsätzen von 23 %. Ausgehend von 3507 Befragten werden ausschließlich einheimische Arten gekauft. Hierunter fallen Pflanzen, die ohne menschliche Einmischung in einem bestimmten Gebiet verbreitet wurden.

Beim Beantworten von Angebots- und Rabattfragen sagten 19 Prozent der Teilnehmer zu. Demnach stellen 2923 Personen den Preis von Pflanzen über die Herkunft oder dieProduktionsbedingungen. Gleiches gilt für 19 Prozent, welche angaben, nur regionalePflanzen zu erwerben. Das entspricht insgesamt 2872 Menschen.

Nur zehn Prozent der befragten Menschen, das sind insgesamt 1578 Personen, kauften biologisch oder ökologisch angebaute Pflanzen. Gleichzeitig wählte die geringste Anzahl an Umfragebeteiligten – ebenfalls zehn Prozent oder 1578 Personen im Detail – den Satz „Für mich ist Nachhaltigkeit bei dem Erwerb von Pflanzen irrelevant“. Zusammengefasst stimmten 1528 Personen dieser Ansicht zu.

Hinweis Wir haben uns für eine bessere Lesbarkeit bei den Ergebnissen dafür entschieden, die Werte zu rundeten. Daher könnte es leichtfügige Unterschiede geben.

Auch interessant: Aus diesen Gründen pflanzen zahlreiche Menschen eigene Früchte und Gemüse an.

Dies fällt besonders beim Betrachten der Umfragenergebnisse auf.

Bemerkenswert ist, dass etwa 55 Prozent der Stimmen sich für dieNachhaltigkeit ausgesprochen haben. Das entspricht insgesamt 15.220 Menschen, welche bei ihrem Einkauf an nachhaltigePflanzen gedachten. Die folgenden Antworten wurden hierbei berücksichtigt(Mehrere Antworten waren möglich):

  • Ich erwerbe ausschließlich pflanzen, die keine insektengiftenen sind.
  • Ich erwerbe ausschließlich einheimische Spezies.
  • Ich erwerbe ausschließlich regionale Pflanzenprodukte.
  • Ich erwerbe ausschließlich pflanzliche Produkte, die bio oder nachhaltig angebaut wurden.

Eine weitere bemerkenswerte Beobachtung: Etwa 34 Prozent der Befragten, was 9310 Personen entspricht, geben an, dassNachhaltigkeit weniger Bedeutung hat. Für diese Teilnehmer spielen Preis oder Erscheinungsbild eine wesentlichere Rolle bei ihrer Kaufentscheidung.

Ungünstige Insekteneigenschaften bei der Anschaffung überraschen Fachleute nicht

Stefan Pohl vom Industrieverband Garten e. V. Die Ergebnisse der Umfrage von embriolabelindo.com bestätigen dies. "Pflanzen, die Insekten nicht abstoßen, sind sehr beliebt bei unseren Kunden", teilt er mit. "Das Kaufverhalten könnte möglicherweise als Antwort auf wissenschaftliche Forschungen zum Absterben der Insekten interpretiert werden", vermutet der Experte.

Pohl nennt mehrere Faktoren, die das Einkaufsverhalten beeinflussen könnten: „Die heutige landschaftliche Gestaltung, die quantitative Rückgang von Lebensräumen für Insekten, der Verlust an biologischer Vielfalt, die technische Umgestaltung der Landwirtschaft, weniger Tiere auf den Wiesen, lightpolution sowie der Klimawandel“. Daher wünschen sich die Verbraucher, den Insekten - insbesondere den Bienen - zu helfen. Laut Experten sind insektenfreundliche Pflanzen und Insektenhotels einfach und preiswert umzusetzen.

Franka Kruse-Gering Redakteurin

Das Outcome überrascht mich etwas.

„Regelmäßig kauf ich Pflanzen und muss zugeben, dass Insektenfreundlichkeit für mich eher weiter unten auf der Prioritätsliste steht. Sicher, ich sorge dafür, dass es eine gute Balance zwischen verschiedenen Arten gibt sowohl im Beet als auch auf dem Balkon, aber äußerlich ansprechendes Design ist mir wichtiger. Ich habe bemerkt, dass viele Pflanzen heute mit Etiketten wie 'insektenfreundlich' oder 'bienenfreundlich' versehen sind; dabei bin ich gelegentlich skeptisch bezüglich ihrer Echtheit – besonders wenn ich solche Bezeichnungen an vollständig übersäeten Dahlien lese. Es scheint so, als müsste man heutzutage praktisch zwangsweise insektenfreundliche Sorten erwerben, obwohl ich nicht damit gerechnet hatte, dass über die Hälfte der Befragten sich tatsächlich darum kümmert.“

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